Hormonelle Verhütungsmittel gehören zu den sichersten und am häufigsten verwendeten Methoden der Empfängnisverhütung. Sie wirken durch die Abgabe synthetischer Hormone, die den natürlichen Eisprung unterdrücken und zusätzlich den Gebärmutterhalsschleim verdicken, wodurch das Eindringen von Spermien erschwert wird.
Die klassische Antibabypille ist in zwei Hauptvarianten erhältlich: Kombinationspräparate enthalten sowohl Östrogen als auch Gestagen, während die Minipille ausschließlich Gestagen enthält. In österreichischen Apotheken sind bewährte Marken wie Yasmin, Belara, Maxim und Cerazette verfügbar, die sich in ihrer Hormonzusammensetzung und Dosierung unterscheiden.
Der Verhütungsring (NuvaRing) bietet eine praktische Alternative zur täglichen Pilleneinnahme. Er wird einmal monatlich in die Scheide eingeführt und gibt kontinuierlich Hormone ab. Das Verhütungspflaster stellt eine weitere bequeme Option dar, das wöchentlich gewechselt wird und über die Haut Hormone freisetzt.
Für Frauen, die eine langfristige Verhütung wünschen, stehen die Dreimonatsspritze und das Verhütungsimplantat zur Verfügung. Diese Methoden bieten einen zuverlässigen Schutz über längere Zeiträume ohne tägliche Anwendung.
Wichtige Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder erhöhtes Thromboserisiko umfassen. Kontraindikationen bestehen bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberfunktionsstörungen oder während der Stillzeit. Eine ausführliche Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker ist daher unerlässlich.
Barrieremethoden bieten mechanischen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und sind die einzigen Verhütungsmittel, die gleichzeitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Sie erfordern keine hormonellen Eingriffe in den Körper und sind daher für viele Menschen eine attraktive Alternative.
Kondome sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich: aus Latex, Polyurethan oder Polyisopren für Allergiker. Sie unterscheiden sich in Größe, Dicke, Oberflächenstruktur und zusätzlichen Beschichtungen. In österreichischen Apotheken finden Sie eine breite Auswahl qualitativ hochwertiger Markenkondome.
Das Frauenkondom (Femidom) wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und bietet Frauen eine selbstbestimmte Verhütungsmöglichkeit. Diaphragma und Portiokappe sind wiederverwendbare Barrieren, die den Muttermund abdecken und idealerweise mit spermiziden Gels kombiniert werden.
Spermizide Gels und Cremes enthalten Wirkstoffe, die Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit hemmen. Sie verstärken die Wirksamkeit mechanischer Barrieren erheblich und sind besonders in Kombination mit Diaphragmen empfehlenswert.
Der Schutz vor HIV, Chlamydien, Gonorrhoe und anderen Geschlechtskrankheiten macht Kondome besonders wertvoll für den Gesundheitsschutz. Barrieremethoden können flexibel bei Bedarf angewendet werden und beeinträchtigen den natürlichen Hormonhaushalt nicht.
Spiralen zählen zu den sichersten und beliebtesten Langzeitverhütungsmethoden in Österreich. Die Kupferspirale wirkt durch die Freisetzung von Kupferionen, die Spermien abtöten und die Einnistung verhindern. Hormonspiralen geben kontinuierlich kleine Mengen Gestagen ab, wodurch der Zervixschleim verdickt und der Eisprung oft unterdrückt wird.
In österreichischen Praxen werden hauptsächlich folgende Hormonspiralen eingesetzt:
Das Einsetzen erfolgt ambulant in der gynäkologischen Praxis und dauert nur wenige Minuten. Die Kosten betragen in Österreich zwischen 300-500 Euro, je nach Modell. Die Spirale kann jederzeit problemlos entfernt werden, wenn ein Kinderwunsch besteht.
Das Verhütungsimplantat wird unter die Haut des Oberarms eingesetzt und bietet drei Jahre sicheren Schutz. Es eignet sich besonders für Frauen, die keine Spirale wünschen oder bei denen diese nicht geeignet ist.
Natürliche Verhütungsmethoden basieren auf der genauen Beobachtung des weiblichen Zyklus. Durch das Erkennen fruchtbarer und unfruchtbarer Tage kann eine Schwangerschaft vermieden werden. Diese Methoden erfordern jedoch eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und konsequente Anwendung.
Die symptothermale Methode kombiniert verschiedene Körperzeichen:
In österreichischen Apotheken sind verschiedene Zykluscomputer erhältlich, wie Persona oder Cyclotest. Diese Geräte unterstützen bei der Auswertung der Körperzeichen und zeigen fruchtbare Tage an. Verhütungs-Apps können zusätzlich die Dokumentation erleichtern.
Natürliche Verhütung ist hormonfrei und kostengünstig, erfordert aber Disziplin und bietet geringere Sicherheit als moderne Verhütungsmittel. Der Coitus interruptus gilt als unzuverlässig und wird nicht empfohlen.
Die Notfallverhütung, umgangssprachlich auch "Pille danach" genannt, bietet Frauen die Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Verhütungspannen zu verhindern. In österreichischen Apotheken sind seit 2009 zwei Präparate rezeptfrei erhältlich: ellaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat und PiDaNa mit Levonorgestrel.
Beide Wirkstoffe verzögern oder verhindern den Eisprung. Levonorgestrel sollte innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden, während Ulipristalacetat bis zu 120 Stunden wirksam ist. Je früher die Einnahme erfolgt, desto höher ist die Wirksamkeit.
Als Alternative zur hormonellen Notfallverhütung kann eine Kupferspirale bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingesetzt werden.
Die Wahl der geeigneten Verhütungsmethode ist eine individuelle Entscheidung, die verschiedene Faktoren berücksichtigen sollte. Alter, aktuelle Familienplanung und persönliche Lebenssituation spielen dabei eine wesentliche Rolle. Junge Frauen haben oft andere Bedürfnisse als Frauen in stabilen Partnerschaften oder nach abgeschlossener Familienplanung.
Gesundheitliche Voraussetzungen und Risikofaktoren wie Thromboseneigung, Rauchen oder Bluthochdruck beeinflussen die Methodenwahl erheblich. Der Pearl-Index gibt Aufschluss über die Sicherheit verschiedener Verhütungsmittel – je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode.
Apotheken bieten kompetente Beratung zu rezeptfreien Verhütungsmitteln und Kosten. Bei hormonellen Methoden oder Spiralen ist jedoch ein Arztbesuch erforderlich. Die österreichischen Krankenkassen übernehmen teilweise Kosten für Verhütungsmittel, besonders für junge Frauen bis 20 Jahre.